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Gaming … auch für Eltern

Geschrieben von Ronny Vom Oktober - 10 - 2011 Kommentar

Der weltgrösste Held ist zurück um die Welt erneut von unfreundlichen Ausserirdischen zu retten. Duke ist ein biersaufender, sexistischer Egomane auf Stereoiden mit einer grossen Klappe, sehr derben Sprüche und das Spiel zeigt blanke Busen und viel, sehr viel Gewalt. Darum eines vorweg, dieses Spiel ist nichts für Kinder und Teenager, ich bin mir eigentlich nicht mal sicher ob es was für Erwachsene ist…

Geschichtliches : 

Duke Nukem Forever wurde offiziell das erste Mal am 27. April 1997 auf der E3 angekündigt.  Januar 2011 wurde ein offizieller Trailer mit Spielszenen veröffentlicht, der als Veröffentlichungsdatum den 3. Mai 2011 verkündete. Schliesslich und Endlich wurde der Duke dann im Juni 2011 veröffentlicht. 14 Jahre Entwicklungszeit, so lange hat wahrscheinlich noch kein einziges Computerspiel gebraucht um fertig gestellt zu werden. Die 14 Jahre sind natürlich nicht nur Entwicklungszeit, vielmehr hatte der Hersteller mit vielen kleinen und grösseren meist firmeninternen Problemen zu kämpfen. Duke Nukem Forever wurde aufgrund der langen „Entwicklungszeit“ über Jahre hinweg auf den Vaporware Top-Listen geführt.

Die Story in der Übersicht

Wie gesagt, Duke ist zwar ein Held, aber er ist auch ein absolutes Arschl…*. Eigentlich ist er der grösste Idiot den ich in einem Computerspiel je spielen durfte, aber ehrlich gesagt, Duke kann sich das leisten. In der Welt des Dukes ist er der absolute Held, der ungekrönte König, der Mega-Man der alles kann,,,und alles darf. Jeder kennt den Duke, seine Welt ist mit Plakaten von Ihm übersät, Fans warten geduldig für ein Autogramm von Duke und alle Fauen liegen ihm zu Füssen.
Das Spiel beginnt in einer Umkleidekabine eines Stadiums und der Duke steht vor einem Pissoir in das er sich (durch den Spieler gesteuert) erleichtert.

Nach einem kurzen Intro, muss er noch einmal den Endboss aus einem früheren Nuke Spiel besiegen. Nachdem der Bösewicht zur Strecke gebracht worden ist, merkt man das es sich nur um ein Computerspiel im Computerspiel gehandelt hat. Die Kamera schwenkt in einem Raum, und da kommen gerade zwei Girls wieder auf die Füsse die vor dem Duke gekniet haben als er auf seiner Spielekonsole Duke Nukem gespielt hat. „Das hat Spass gemacht, war’s für Dich auch schön Baby“  sagt eines der Mädchen und wischt sich das Gesicht ab.

Ich denke der Anfang des Spiels lässt einem nicht im Unklaren wie es hier weitergehen wird….trotzdem, entgegen allen Unkenrufen, der Duke hätte keine Story, hat Duke Nukem Forever meiner Meinung nach mehr Story als viele andere Egoshooter. Gut ab und an ist es ein wenig verwirrend nach einem Level aus der Bewusstlosigkeit zu erwachen und sich dann in einem Strippclub wieder zu finden, indem man für eine Dame neben anderen Gegenständen auch einen Vibrator finden muss, aber alles in allem ist die Geschichte konsistent und führt einem Schritt um Schritt durch die von Alien besetzte Welt.

Das Endziel ist hierbei von Anfang an klar, die Aliens müssen weg und der Duke wird das richten.

Waffen

Meine Erwartungen waren nach der Intro- Szenen nicht sehr hoch. Ich hab mich mal auf eine geballte Ladung abknallen, in die Luft sprengen und sonst-irgendwie kaltmachen von fiesen Aliens gefasst gemacht. Diese Erwartungen werden dann auch im vollen Umfang erfüllt. Mit verschiedenen Waffen (M1911 Pistole, Laserminen/Laserbomben, Schrotflinte, Ripper, Schrumpfkanone, Gefrierstrahler, Railgun, Rohrbomben, Rocket Propelled Grenade, Devastator, Enforcer Gun)geht’s den Ausserirdischen an den Kragen.

Je nachdem mit was man die Aliens wohin trifft fallen auch mal ein paar Beine oder Arme ab bis der Alien dann das digitale Zeitliche segnet. Zusätzlich kommen ab und an stationäre Waffen zum Einsatz die dann auch keine zusätzliche Muntion brauchen.

Witzig ist auf alle Fälle die Schrumpfkanone. Damit kann man die Genger verkleinern und dann bequem zertreten.

Weniger gefallen hat mir der Gefrierstrahler. Damit muss man eine Alien ziemlich genau und von nah treffen damit das Vieh einfriert, da klappt es mit den andern Waffen einfacher die Unholde zu erledigen. Zusätzlich wurden auch einige Arten der digitalen-Erledigung-von-Unholden aus  aus anderen Spielen übernommen. So muss man z.Bsp, mit dem Duke-Monstertruck Aliens überfahren um sie um die Ecke zu bringen. Grand Theft Auto lässt herzlich grüssen.

Gameplay

Erfreulicherweise ist das Spiel nicht so flach wie einem das Intro suggeriert. Klar der Duke ist der Duke und von dem her kann man sich darauf gefasst machen literweise Bier zu saufen (macht einem unempfindlicher gegen Angriffe) Steroide rein-zuschmeissen (machen den Duke aggressiver, was bei einem Faust-Angriff auf Aliens hilfreich ist), Aliens abzuschlachten, und Frauen als Gebrauchsgegenstände zu diffamieren. Man muss das aber nicht alles so ernst nehmen. Vielmehr betrachte ich den Duke als Hommage an die Helden aus den alten Computerspiele. Da waren solche Machos noch gefragt und aufgrund der schlechten Grafik- und Sound-Möglichkeiten natürlich auch noch um Einiges harmloser. Ein sinnloses Abschlachten und nackte Brüste betrachten ist das Spiel aber nicht (nur !).

Ehrlich gesagt, ich bin positiv überrascht nachdem was ich in der Presse alles über den Duke gelesen habe. Duke Nukem Forever ist vielseitig und abwechslungsreich. Klar wird abgeknallt, der Duke gehört ja schliesslich auch in das Genre Egoshooter, aber man muss auch viele kleinere Rätsel und Aufgaben lösen und darf ab und an mit einem Auto herumfahren.

Bei den Aufgaben wird man durchs Spiel geführt indem Objekte die man aktivieren kann golden aufleuchten. Vor allem als Mini-Duke, der in einen Schrumpfstrahl gerät darf man ein paar durchaus witzige Levels absolvieren.

Eines findet z.Bsp. in einer Machine statt die man durch deaktivieren der Lüfter zum Überhitzen bringen muss.

Der Duke hat keine Lebensenergie, sondern nur ein sehr grosses Ego. Sein Ego poliert der Duke auf indem er mit Gegenständen aus seiner Umgebung interagiert. Urinieren, in Spiegel schauen und sich „anhimmeln“, Papierflieger fliegen lassen, Telefone ausprobieren,  Sex-Hefte betrachten, am einarmigen Banditen oder am Flipperkasten zu spielen zu sind nur einige der Dinge die dem Ego von Duke gut tun und ihm so zu einem Power-Schub verhelfen.

Man kan einge davon, wie den einarmigen Banditen und den Flipperkasten durchaus auch als Mini-Games in Duke Nukem forever sehen.

Multiplayer

Duke Nukem forever ist meiner Meinung nach ein Single Player Spiel. Trotzdem besteht auch die Möglichkeit mit Freunden online zu spielen. Insgesamt stehen mit „Duke match, Team Duke-match, Capture the Babe oder Hail to the King“ 4 Multiplayer Modi’s zur Auswahl indem bis zu 8 Spieler gleichzeitig in Duke Nukem forever spielen können.

Grafik, Physik und Sound

Die Grafik von Duke Nukem Forever ist astrein. Ab und an hatte ich ein paar Ruckler drin, aber mehrheitlich ist alles flüssig und gut aufgelöst. Viele kleine Details in der Grafik entdeckt man nur wenn man sich Zeit lässt die Gegend zu betrachten. Die Alien – Tentakel die z.Bsp. die Gegend überwuchern pulsieren ganz leicht und geben dem Spieler so die Illusion als würde das Ding wirklich leben und nicht nur als Dekoration im Spiel herum-stehen.

Die Physik gibt auch keinen Anlass zur Kritik. Sehr viele Objekte im Spiel sind zerstörbar, darum aufgepasst wo man Deckung sucht. Witzig sind auch die Saucen-Packungen die in der Küche herumstehen. Zerstört man die Packung, spritzt die Sauce in der Gegend rum und verdreckt auch den Spielerscreen.

Bei den Levels mit dem Auto’s merkt man am besten wie gut die Physik umgesetzt ist. Die Steuerung des Fahrzeuge via WASD – Keys ist zwar nicht so gut wie z.Bsp. die Steuerung der Fahrzeuge in Boderland, aber die Strecken sind schnell und fühlen sich echt an. Wenn man zu arg beschleunigt stellt sich der Duke-Monster-Truck auf die Hinterräder.

Abhänge und Schanzen funktionieren so wie man das von einem richtigen Auto auch erwarten würde. Die Musik ist mehr oder weniger das was man von Ego-Shooter erwartet, nichts das einem aus den Socken haut, aber nichts das wirklich stört. Deutscher Synchronsprecher des Duke ist übrigens Manfred Lehmann, der als Synchronsprecher von Bruce Willis bekannt ist.

Steuerung

Gesteuert wird der Duke via Tastatur und Maus. Die Maus rückt den Duke in die richtige Perspektive und hilft beim Zielen und schiessen. Auf der Tastatur dienen die WASD Keys um den Duke wie gewohnt im 3 dimensionalen Raum Vor, Zurück, Links und rechts zu steuern. Zusätzlich kommen noch weitere Keys zum Einsatz die helfen spezielle Aktionen wie z.Bsp Rohrbomben, Holo-Duke oder Bewegungsmienen zu steuern. Alles in allem ist der Duke recht gut spielbar, allerdings sind die vielen verschiedenen Knöpfe die man im Laufe des Spieles immer wieder drücken muss nichts für Leute die nicht regelmässig zocken da evt. vergessen geht welcher Knopf jetzt genau für was gut ist.

Fazit für Gamer und Zocker

Nur schon weil der Duke eine laaaaange Geschichte im Gamer-Berreich hat und weil er nach 14 Jahren Entwicklungszeit schon zu einem Klassiker gehörte bevor er überhaupt veröffentlich wurde, ist der Duke für Hardcore Zocker ein absolutes MUSS-ICH-HABEN-SPIEL. Gamer die es gewohnt sind, unnötige Darstellung von Gewalt in Spielen mit Humor aufzunehmen werden am Duke ihre wahre Freude haben. Das kantige Auftreten vom Duke mit seinen derben Sprüchen wie ;“Ich reise dir das Auge aus und pisse dir in den Kopf, du Scheissalien“ sind sicher nicht jedermanns Sache, aber eben, man soll das nicht zu ernst nehmen. Ich sehe den Duke eher als Persiflage auf das Ego-Shooter Genere, vor allem aus den alten Tagen und kann ab und an herzhaft über so ein sexistisches, egoistisches Arsc* wie den Duke schmunzeln. Das Gameplay ist abwechslungsreich flüssig, interessant  und vor allem witzig (wenn man diese Art von Humor mag). Auch muss ich sagen das dass Spiel nach all der „negativen“ Presse anspruchsvoller ist als man vielleicht erwarten würde. Vor allem die kleinen Rätsel und Aufgaben wird man wahrscheinlich nicht lösen ohne das man ab und an mit Hilfe des Internets ein wenig cheatet. Alles in allem ist der Duke nicht wirklich was Neues oder absolut Weltbewegendes, aber meiner Meinung nach ein gut umgesetztes Spiel das sein Geld wert ist.

Game-Fokus.CH Bewertung: 6 Punkte von 10

Game-Fokus.ch Bewertung für Duke Nukem Forever, Mac, Windows, Xbox, PS3:
6 Punkte von maximal 10 möglichen Punkten.

Fazit für Eltern

Ich hab noch nie ein Spiel gesehen das es so wie Duke Nukem Forever verdient hat, wirklich und ehrlich erst ab 18 Jahren oder älter gespielt zu werden. Falls dieses Spiel auf dem Computer der Kinder auftaucht habe ich nur eine Empfehlung, löschen, löschen noch einmal löschen und gut kontrollieren das nicht noch eine Duke-Disk oder ein Installationsfile herumliegt mit dem die Kids den Duke einfach gleich noch einmal installieren. Mal ganz abgesehen von der vielen überflüssigen Gewalt (Alien noch die Hoden treten nachdem man den Alien besiegt hat, einfach nur um ihn zu demütigen) stört mich vor allem das Bild der Frauen das der Duke hier propagiert. Frauen sind hier einfach nur Ge-und Verbrauchsware. Nachdem der Duke z.Bsp. seine beiden Freundinnen vom Anfang des Spiels in einem Alien-Nest halbnackt an einen Alien-Tentakel gefesselt findet, fragen die beiden was passiert ist. Der Duke antwortet darauf ; „ihr seit gefi*“. Darauf zerplatzen die Beiden und kleine Aliens krabeln aus ihnen heraus.


In einem anderen Teil muss bei einer Aufgabe neben einem Kondom und Popcorn auch noch ein Vibrator für eine der Stripp-Tänzerinen gefunden werden damit sie dem Duke eine „gute Show“ bieten kann. Ausser der Andeutung von Oralverkehr, einigen nackten Brüsten und sehr knappen Höschen kommt zwar im Spiel kein Sex vor, aber für Kinder ist das schon definitiv viel zu viel. Zu der übertrieben Darstellung von Sex und Gewalt kommen dann noch die Drogen dazu. Wenn Duke Bier säuft wird er unempfindlicher gegen Attacken, die Einahme von Stereoiden verhilft zu brutaler Kraft. Gelinde gesagt ist ist der Duke ein richtiges Arsc* und das Spiel vermittelt einem das es OK ist sich so zu benehmen. Die PEGI Empfehlung zu Duke Nukem Forever lautet ab 18 Jahren. Wenn es gehen würde, würde ich eher in Richtung 20 Jahre verweisen 😉

Die PEGI Empfehlungen zu Duke Nukem forever sind :

Die ausschließliche Empfehlung für Erwachsene kommt zur Anwendung, sobald die dargestellte Gewalt grausam wirkt und/oder bestimmte Gewaltarten dargestellt werden. Was genau grausame Gewalt ist, ist sehr schwer zu definieren, da diese Einschätzung häufig stark subjektiv ist, aber im Allgemeinen wird so die Darstellung von Gewalt bezeichnet, die beim Betrachter Abscheu hervorruft.

Spiel kann online gespielt werden.

Das Spiel enthält Gewaltdarstellungen oder verherrlicht/verharmlost Gewalt.

Spiel bezieht sich auf Drogenkonsum oder zeigt diesen.

Spiel verwendet Schimpfwörter.

Spiel fordert zum Glücksspiel auf oder gibt Anleitung dazu.

Die USK Empfehlungen zu Duke Nukem forever sind :

Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.

Da diese Spiele nahezu ausschließlich gewalthaltige Spielkonzepte thematisieren und häufig eine düstere und bedrohliche Atmosphäre erzeugen, sind sie ausschließlich für Erwachsene. Zu den Genres gehören Ego-Shooter, Action-Adventures und Open-World-Games. Hintergrund der jeweiligen Story sind beispielsweise kriegerische Auseinandersetzungen oder brutale Kämpfe zwischen rivalisierenden Gangs.

Duke Nukem Forever wird in der Mac Version von Application System Heidelberg zu einem Preis von  40,00 Euro zum direkten Download angeboten. Die Xbox, die PS3 und die PC Version kann im gut sortierten Fachhandel zu einem Strassenpreis von ca. CHF. 48.00 gekauft werden.

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